Monatsversammlung 13.7.2020 - Monatsbetrachtungen Juli 2020

Bericht zur Monatsversammlung im Juli von Vitus Fussenegger

Monatsbetrachtungen Juli 2020

Leider setzt uns die Corona Problematik weiterhin zu. Mit den gebotenen Mindestabständen und Schutzvorgaben sind unsere Monatsversammlungen nicht durchführbar. Da wir viele ältere Mitglieder und somit Risikopersonen haben sind wir besonders in der Verantwortung. Wann dieser Zustand wieder aufgehoben werden kann ist derzeit noch nicht abzusehen. Somit bleiben E-Mails, Telefonate, vereinzeltes Treffen und die Homepage als Komnikation.

Mit dem Monat Juli ist es schon wieder soweit, gegen Ende des Monats gehen die nutzbaren Trachten zu Ende. Nach den mageren Wochen im Juni, mit sehr durchwachsener Wetterlage, freuen wir uns jedoch an den momentanen Trachtsituationen. Ab letzter Juniwoche kann man tägliche Zunahmen von ca. 1,5 – 2,5 kg feststellen. Die Frage woher der Honig stammt kann nicht immer genau beantwortet werden. Die Berichte nach denen überall Läuse festzustellen seien, mögen wohl stimmen, aber es sollten eben die Honigtau produzierenden sein. Es mag wohl Stellen geben wo auch Waldhonig eingetragen wird, und auf den Honigwaben sieht man teilweise auch kleinere Flecken mit dunklem Honig. Meistens stammt er jedoch von Linde, Klee, Blatttau und sonstigen Blühpflanzen. Egal woher er letztlich stammt, es sieht so aus wie wenn die Honigräume doch noch voll werden.

Der Juni setzte unseren Völkern schon etwas zu. Die kühleren Tage mit Wind und Regen zehrten an den Reserven der Völker. Wer nun knappe Futterreserven in den Völkern hatte, der konnte die damit verbundenen Einschränkungen direkt feststellen. Bei manchen Völkern zeigte sich dies im unruhigem Verhalten, auch in der Reduzierung der Brut und dem dann folgenden Bienenschwund. In Gesprächen mit Imkern kommt das zu Tage wenn über weniger Bienen im Honigraum berichtet wird. Hierbei wird auch insgesamt die Leistung des Volkes bemängelt. Um diese Mißstände auszuschalten, versuchen manche Imker dies über Zukauf von Königinen wett zu machen. Zuerst hat man Jahrelang über Schwärme und eigene Nachzuchten vermehrt, um dann festzustellen, daß die Unruhe und Stechlust zunimmt und die Leistung in Entwicklung und Ertrag abnimmt. Oftmals will der Imker dies nicht gerne öffentlich eingestehen und nun werden Königinen bestellt die in Anzeigen gelobt werden. Ob es auch an unsere klimatischen Verhältnisse angepaßte Bienen sind wird nicht berücksichtigt.

Was dieses Jahr auffällig ist, daß die Völker lange ihre Drohnen pflegen. Dies deutet auf eine lange Vermehrungsphase der Völker hin. Würde Waldhonig eingetragen, wäre dies schlagartig vorbei, selbst angezogene Weiselzellen würden abgetragen. Sehr erfreulich verläuft die Entwicklung der Ableger. Die jungen Königinen sind gut in Eiablage und weiten zügig ihren Nestbereich aus. Dass die Futterversorgung dabei stimmen muß, bräuchte nicht erwähnt zu werden. Stark erstellte Ableger haben bereits ihren Honigraum und bringen bestimmt noch ein paar kg Honig. Was dieses Jahr das oben geschriebene bestätigt, ist, dass immer wieder Anfragen kommen, ob es noch Königinen gibt. Ich denke daß wir diesjährig bei den Vereinszuchten auf recht gutes Material zugreifen konnten. So wurden von der Linie Silva – Zuchtstoff von der Mutterstation, der Linie Holdkamp Zuchtstoff von Dr. Neumann und der Linie Kirchhain nachgezogen. Momentan habe ich eine Zucht laufen von der Linie Sklenar 48. Auch ich habe Völker die nicht optimal sind und diese will ich nach dem abschleudern umweiseln.

Sorge bereitet mir die Entwicklung der Varroa. Nachdem die Völker sehr früh in Brut gingen, mußte mit einem starken Varroajahr gerechnet werden. Bei den jetzigen Kontrollen sind allerdings erstaunlich wenig Varroen auf den Schiebern festzustellen. Auch in den Drohnenwaben findet mann kaum welche. Aber wir dürfen uns nicht auf wenig Milben einstellen. Daß die Situation sich schnell ändern kann haben wir oft genug schon erlebt. Deshalb ist es wichtig sich so mitte Juli einen Überblick über den momentanen Stand der Varroabelastung zu verschaffen. Nur wer um die Milbenbelastung Bescheid weiß, kann entsprechend handeln.

Ich wünsche euch Gesundheit und noch einen reichlichen Honigertrag.
V. Fussenegger