Monatsversammlung 14.8.2020 - Monatsbetrachtungen August 2020

Bericht zur Monatsversammlung im August von Vitus Fussenegger

Monatsbetrachtungen August 2020

Der August ist der Monat des Einfütterns und der Varroabehandlung. Aber auch des Rückblicks auf die Bienensaison. Nicht immer verlief alles so wie wir es uns gedacht hatten. Völkerführung, Schwarmverminderung, Ablegerbildung und Trachtsituation forderten den Imker. Besonders beim Abschleudern gab es manche Überraschung.

Aber zurück zum Juni. Mitte Juni schien es als sei die Imkerwelt noch in Ordnung. Überall kamen die Meldungen dass alles voller Honigtauerzeuger sei. Jeder hörte dies mit innerer Genugtuung. Nach den mittelmäßigen Blütenhonig Schleuderungen, den guten Erfolgen bei der Ablegerbildung sah man sich nun schon inmitten voller Honigeimer. Aber wie so oft, man hatte sich doch zu früh gefreut. Die Mehrzahl der Imker konnte wohl eine Gewichtszunahme der Honigräume feststellen, beim Schleudern blieb jedoch einiges in den Waben. Es gab Mellihonig. Je nach Standort gab es unterschiedliche Mengen von diesem dunklen gut schmeckendem Waldhonig der leider nicht immer schleuderbar ist. Von „alles ging raus“, bis „es blieb etwa 40 – 50 % in den Waben“, war zu hören. Ich selbst hatte auch Standorte mit ganz unterschiedlichen Melizitoseanteilen. In Haisterkirch blieb bei einigen Völkern ca. 30 – 40% in den Waben. Vom Standort Schellenberg ging so gut wie alles raus. Insgesamt jedoch blieb der Ertrag des Honigs im mittleren Bereich. Erwähnt werden soll jedoch auch, dass es Vereinsimker gab, die rd. 2 Zargen schleuderbaren Waldhonig ernten konnten. Es kommt eben auf den Standort an.

Nun zurück zum August. Nach dem Abschleudern stand zuerst noch das säubern der ausgeschleuderten Waben an. Dazu wird eine Zarge mit ausgeschleuderten Waben für ca 2-3 Tage auf ein Volk gesetzt. Am idealsten ist wenn hierbei nur 7 Waben mit etwas Abstand im Magazin sind. Die Bienen holen sich die Honigreste und reparieren die vom Entdeckeln ausgefranzten Zellränder. Nach Abnahme dieser Zargen werden die Waben sortiert. Alle schlecht ausgebauten, also mit Drohnenzellen, Querrillen oder sonstig beschädigten Waben kommen zum Einschmelzen, die anderen ins Wabenlager. Bitte darauf achten, dass bebrütete Waben separat in Magazinen gelagert werden. Diese sind hin und wieder auf Wachsmottenbefall zu kontrollieren. Wer hier schon schlechte Erfahrungen gesammelt hat, kann diese Waben ebenfalls einschmelzen. Bei den unbebrüteten Waben erübrigt sich diese Kontrolle. Die Waben bleiben von der Wachsmotte verschont, die Wachsmotten finden hier keine Nahrung.

Nach Abnahme der gesäuberten Waben folgt die erste Varroabehandlung. Es gibt hierbei unterschiedliche Vorgehensweisen. Vom Teilen und Behandeln der Völker bis zur Verwendung der ApiLivar Streifen und dem Nassenheider Verdunster ist alles möglich. Wichtig ist letztendlich die erfolgreiche Wirkung. Bereits ab Mitte Juli kontrolliere ich den normalen Varroa Totenfall. Dazu kommt der Schieber unter den Gitterboden. Dies gibt Aufschluss über die Belastung an Varroa. Die meisten werden mit Ameisensäure behandelt. Vor allem bei Verwendung des Schwammtuches sind gute Resultate zu erzielen. Nach verschiedenen Anwendungsvarianten bin ich wieder beim Schwammtuch gelandet. Ich benutze hierbei 2 Schwammtücher die ich diagonal auf die Rähmchen lege . Diese sind mit 60 ml 60%-iger Ameisensäure getränkt. Nach 3 – 4 Tagen ist die Säure verdunstet und die Schwammtücher können trocken entnommen werden.

 Nun wird eingefüttert. Auch hier kann zwischen Zuckerwasser, Sirup, Apiinvert oder Apifonda gewählt werden. Da ich wohl zu den bequemeren Imkern zähle, verwende ich Apifonda. Hier kommt der Block in einer Leerzarge aufs Volk und ich kann für 2 -3 Wochen, solange dauert die Abnahme des Futters, die Füße hoch legen. Wichtig ist, dass zwischen Volk und Apifonda eine über den Kastenrand reichende Folie eingelegt wird. Zum hinteren Kastenrand wird die Folie nach unten umgeschlagen, so dass ein ca. 7-8 cm breiter Spalt entsteht. Hier können die Bienen ans Futter und das oft etwas weiche Apifonda kann nicht zwischen den Waben durch drücken.

Nach Beendigung der Einfütterung folgt die Varroa Hauptbehandlung. Hierbei benutze ich wieder das Schwammtuch. Im Abstand von 5-6 Tagen wird 3 Mal wieder je mit 60 ml AS behandelt. Der Behandlungserfolg wird auf der Windeleinlage zu sehen sein. Sollten bei der Nachkontrolle nach 8-10 Tagen nach der letzten Behandlung noch mehr als 3 Milben pro Tag fallen, so ist nochmals zu Behandeln.

Mittlerweile ist es dann September geworden. Wie es mit der Futterkontrolle und evtl. Nachbehandlung steht wird im September erläutert. Momentan gibt es ein klein wenig Hoffnung im September eine Monatsversammlung abzuhalten. Bitte einfach kurz vorher auf der Hompage nachschauen oder bei mir anrufen.

V. Fussenegger