Monatsbetrachtungen April 2021

Monatsbetrachtungen April 2021 von Vitus Fussenegger

Monatsbetrachtung April 2021

Nun hat der lang ersehnte April begonnen. Für viele die Zeit, endlich geht es wieder mit den Bienen los. Ja, was man bis jetzt vor sich hergeschoben hat, dafür wird es nun höchste Zeit dies zu tun. Vor allem das instand setzen von Beutenteilen und das Rähmchen drahten sowie Mittelwände einlöten sind Arbeiten die bereits von Dezember bis März erledigt werden konnten. Jetzt sollten wir uns auf die Völker konzentrieren. Bereits im März hatten wir uns ein Bild gemacht, wie es um unsere Bienen steht. Ob es nur das Flugloch von toten Bienen zu reinigen war, oder sogar auch mal ein leerer Kasten dabei war, die Kontrolle war wichtig und nötig. Leere Kästen sofort verschließen oder ganz wegräumen bevor Räuberei entsteht. Die noch vorhandenen Futterwaben aufbewahren, sie können noch gut gebraucht werden.

Ganz entscheidend sind jedoch der Standort der Völker was Temperatur/Witterung und die umliegenden Trachtmöglichkeiten anbelangen. Hierbei kann es dann große Unterschiede bei Überwinterung und Entwicklung der Völker geben.

Da der März doch relativ kalt war, war bei den Bienen der Standort deutlich zu bemerken. Ich selbst konnte oder musste dieses Jahr die Feststellung machen, dass die Völker, trotz normalem Einfüttern zum Teil knapp an Futter waren. An einem Standort musste ich bei der Hälfte der Völker nachfüttern. Dazu wurden zuerst vorhandene Futterwaben benutzt und auch Abschöpfhonig und Sirup, den ich in Futtertaschen an den Bienensitz gab. Noch nie in den 30 Jahren in denen ich nun Bienen habe, musste ich sowas feststellen. (die letzten Jahre musste ich um Platz zu schaffen, zargenweise Futterwaben entnehmen) Den Winter über wenn es kalt ist, brauchen die Völker ja recht wenig Futter. Da reichen im Monat schon mal 500 – 700 Gramm. Bleib also nur übrig, die Völker haben im Herbst noch lange gebrütet und da viel Futter verbraucht, oder die Herbstlichen Tracht- und Blühpflanzen sonderten letztes Jahr weniger Nektar ab.

Auffällig war auch – dies war um den 20. März - dass es zum Teil keine offene Brut gab. Nur auslaufende und wieder frisch bestiftete Zellen.

Im Gegensatz dazu habe ich auch einen Standort, an dem die Waben vom frisch eingetragenen Weidennektar nur so spritzten. Da waren mind. 4 Waben Brut und auch schon Drohnenrahmen in Pflege.

Diese Feststellung konnte ich nun auch schon von anderen Imkern hören.

Im Klartext heißt das für uns Imker, es wird wohl noch etwas dauern bis diese Völker trachtreif sind, aber die Entwicklung der Natur hat sich ja auch etwas verzögert. Mal sehen, wie es mit den Temperaturen und dem Blühbeginn sich entwickelt. Die älteren Imker sagen ja oft ein späteres Frühjahr wäre immer ein besseres Frühjahr.

Aber zurück zum Futterverbrauch: In diesem Winter haben die Völker zum Teil deutlich weniger an Vorrat in den Waben wie normal. Was ist jedoch normal. Hier könnte das Waagvolk von Albert Hinweise geben. Allerdings muss dazu gesagt werden, Albert hat seine Bienen am Haus in einer wirklich idealen Geschützten Lage.

Hier seine Daten: gewogen immer mit Beute

  • Am 01.08.2020 nach dem Abschleudern wog das Volk 45,0 kg
  • am 20.08.2020 nach dem Einfüttern mit 15 kg Apifonda 57,2 kg
  • am 10.11.2020 also Mitte November 52,0 kg
  • am 02.02.2021 49,0 kg
  • am 25.02.2021 46,5 kg
  • und am 17.03.2021 44,5 kg

das Volk hat also als es eingefüttert war bis 17. März 12,7 kg Futter verbraucht. Dies ist ein normaler Wert, der dem langjährigem Durchschnitt entspricht. Obwohl das Waagvolk von Albert keine Auffälligkeiten aufweist und lediglich zeigen soll, was in etwa normal ist, kann es als Vergleich zu nun Futterschwachen bewertet werden.

Haben wir so nun unsere Völker kontrolliert, dürfte nicht mehr viel schiefgehen. Der lockere Spruch, der April macht was er will, sollte dann nicht für uns Imker gelten. Wir gehen nun nach Zustand und Entwicklungsfortschritt der Völker vor. Dort wo noch schwache Völker anzutreffen sind, sollten sie auf ein Magazin gesetzt werden. Lieber ein Magazin bei Blühbeginn voll mit Bienen und den Honigraum rauf als dass es auf zwei Magazinen sitzen bleibt und dann nicht die Stärke hat um in den Honigraum zu gehen. Zu schwache gehören aufgelöst. Lieber drei starke Völker wie fünf schwache. Man hat mehr Honig und weniger Arbeit. In der ersten Aprilwoche beginne ich mit dem Platz schaffen. Das heißt, das Zuviel an Futterwaben kommt raus, es bleiben links und rechts zwei Futterwaben das reicht völlig aus, auch wenn 14 Tage nichts von außen rein kommen sollte. Dafür kommt der Drohnenrahmen rein und wenn möglich bebrütete Leerwaben. Diese werden schneller bestiftet als helle Waben. Ich achte dabei, dass ich im mittleren Brutbereich Waben habe bei denen die Brut bis oben ans Rähmchen reichen kann. Ich habe schon die Feststellung machen müssen, wenn ein zu starker Futterkranz über dem Brutnest liegt, dann gehen die Bienen nicht so schnell in den Honigraum. Sie lagern den ersten Nektar dann eher im Anschluss an den Futterkranz nach unten. Nun kann ich beruhigt die nächsten 3 Wochen abwarten. Je nach Blühbeginn und honigen wird es evtl. um den 20. bis 25. April werden bis die Honigräume gegeben werden können. Kurz davor schaue ich noch mal kurz die Völker durch. Bei zu viel gedeckelter Brut entnehme ich davon eine Wabe und gebe sie einem etwas schwächeren Volk zu. Das beugt auch dem Schwarmtrieb vor und um Ableger zu erstellen wäre es noch zu früh. Bei den Honigräumen habe ich wie schon geschrieben, in der Mitte 1-2 ausgebaute Waben gegeben. Dies hat den Vorteil, dass die Bienen dort sofort Nektar ablegen können und damit den Honigraum schneller annehmen. Erst wenn an den anschließenden Mittelwänden gebaut wird, gebe ich das Absperrgitter rein. Zu diesem Zeitpunkt ist oben die Bienenmenge noch gut zu überblicken und die Königin wäre schnell gesichtet.

In den letzten Tagen des Aprils ist es dann an der Zeit die Völker durchzusehen, und den Überschuss an gedeckelten Brutwaben zu entnehmen um daraus Ableger zu erstellen. Als das Zuviel an Brutwaben würde ich mal so definieren. Wenn 3 oder 4 gedeckelte Brutwaben im Volk sind, nehme ich mind. 1-2 Waben raus. Hier können dafür Mittelwände gegeben werden. Werden die Brutwaben belassen so ist das baldige Schwärmen vorprogrammiert. Für die Blütentracht würden diese schlüpfenden Bienen auch nicht mehr nützen, denn bis es Flug- oder Sammelbienen abgibt dauert es 3 Wochen und die Tracht ist dann vorüber. Deshalb lieber Ableger erstellen und dafür nach dem Abschleudern im Juli die Völker die nicht so befriedigt haben, sei es am Ertrag oder Verhalten und Stechlust, auflösen. Um an gutes Königinnen Material zu kommen betreiben wir im Verein ja die Königinnenzucht. Hier werden von gekörten, ausgewählten Zuchtmüttern nachgezüchtet. Zuchtmaterial stammt dieses Jahr wieder von der Mutterstation, von Dr. Neumann und von Sklenar Königinnen von der Belegstelle Hoher Randen. Die Abgabetermine stehen auch in der Bienenpflege. Weiselzellenbestellungen nimmt Albert unter Tel: 07524 5708 entgegen.

Wie es dann im Mai weitergeht, davon in der nächsten Monatsbetrachtung.

Ihr
Vitus Fussenegger