Monatsbetrachtungen Juli 2021

Monatsbetrachtungen Juli 2021 von Vitus Fussenegger

Monatsbetrachtung Juli 2021
 
Nun stehen wir schon in der zweiten Jahreshälfte und blicken auf Monate zurück, in denen alles ganz anders ablief als wir es gewohnt waren. Nichts aber auch gar nichts ist normal.

Sehr bedauert wird, dass Corona bedingt keine Versammlungen durchgeführt werden konnten. Der Kontakt zu anderen Imkern, neues zu hören, der Austausch von Erfahrungen und das Gespräch untereinander bilden wichtige Punkte im Vereinsleben.

Wir gehen nun davon aus, dass die Monatsversammlung am 12. Juli im Gasthaus Rad stattfinden kann. Zur Sicherheit bitte auch die Hinweise auf der Homepage beachten.

Konnten wir Ende Mai oder Anfang Juni den Blütenhonig schleudern, so war dieses Jahr nichts in den Waben. Einzig die Imker welche Völker am Raps stehen hatten, berichteten von bescheidenen Honigernten. Aber lieber etwas wie gar nichts. Bei den meisten Imkern blieben die Honigräume leer. Auch im Juni trat keine Änderung ein. Schlechtes Wetter und ausbleibende Tracht zeigten auch bei den Völkern ihre Spuren. Besonders das verhaltene Brutgeschehen und die schlechte Bautätigkeit war Folge von Kälte und Trachtmangel. Die Folge war, dass es selbst im Juni noch Völker gab, die, damit sie nicht verhungerten, gefüttert werden mussten. Ich selbst hatte auch einen Standort, an dem ich da noch Völker füttern musste. Es machte mich deshalb schon betroffen, als mir noch Anfang Juni von verhungerten Völkern berichtet wurde. Durch das verhaltene Brutgeschehen war es oft schwierig, die für die Ableger benötigten Brutwaben zu entnehmen. Das kühle Wetter beeinträchtigte auch die Aufzucht der Weiselzellen. Die kühlen Temperaturen verlängerten die Entwicklung der Königinnen, so dass es manchmal 1-2 Tage länger ging, bis sie schlüpften. Dies war auch für mich ungewohnt und führte zum Gedanken, ob ich bei der Zucht nicht auch mal gerade geschlüpfte Königinnen anbieten sollte. Da diese bis zu 1 Tag alten Jungkönigen noch keinen Geruch haben kann man diese Problemlos in den von Weiselzellen befreiten Ableger einlaufen lassen. Die heftigen Gewitter mit Starkregen und Hagel machten der erhofften Tracht aus Blatttau oder Wald zunichte. Nun gegen Ende Juni gibt es leichte Zunahmen aus Weißklee und Linde. Mit Tageszunahmen von aktuell 600 – 800 gr. ist es nicht viel, aber vielleicht kommt hier noch mehr. Zumindest müssen wir nun nicht mehr zufüttern.

Ganz wichtig jedoch ist es, dass die Ableger laufend gefüttert werden. Da sieht man deutlich wie die Jungköniginnen Brut anlegen und wie zügig sich diese Völkchen entwickeln.
Schwierig ist es für den Juli feste Abläufe oder Vorgaben zu machen. Alles hängt nun vom Wetter und von den erhofften Trachtmöglichkeiten ab.

Ein wichtiger Punkt ist jedoch die Varroabekämpfung. Hier sollten wir Mitte Juli den Bodenschieber einsetzen und schauen was an Belastung der Varroa vorhanden ist.
Nach 3 Tagen werden die abgefallenen Milben gezählt, die Zahl durch die 3 Tage geteilt und damit haben wir den Täglichen Totenfall der Varroamilbe. Bei einer Zahl von 0 -5 besteht noch kein akuter Behandlungsbedarf. Bei 5 -10 Milben sollte nicht mehr allzu lange mit der Behandlung gewartet werden und bei mehr als 10 Milben ist schnell zu handeln. Wer bei mir im März die bezuschussten Varroamittel bestellt hat, kann diese abholen. Bei unserem Imkertreff am Freitag, den 23. Juli wollen wir uns intensiv mit der Bekämpfung der Varroamilbe befassen. Wer Völker hat, mit denen er unzufrieden ist, kann diese im Zuge vom Abschleudern und Einfüttern umweiseln. Entweder werden nach dem Entfernen der alten Königin alle Brutwaben ins untere Magazin gegeben und ein Ableger kommt drauf, oder die alte Königin wird durch eine junge im Ausfresskäfig ersetzt. Hierbei können dunkle Altwaben im Wachsschmelzer entsorgt werden. Bitte daran denken, dass die Völker wenig Futter im Brutraum haben. Deshalb großzügig einfüttern. Es sollten bei 2-Zarger 20-22 kg Futter sein.

In diesem wirklich Turbulenten Imkerjahr bleibt uns nun nur eines: Wir sollten uns darauf konzentrieren, beste Voraussetzungen für unsere Völker zu schaffen, damit wir im Frühjahr 2022 mit vitalen Völkern und hoffentlich optimalen Wetterbedingungen starten können.
 
Mit freundlichen Grüßen Vitus Fussenegger