Monatsbetrachtungen Februar 2022

Monatsbetrachtungen Februar 2022 von Vitus Fussenegger

Monatsbetrachtung Februar 2022

Mittlerweile ist es schon Februar und das alles noch beherrschende Thema ist die Corona Situation. Mitte des Monats soll ja der Höhepunkt der Coronalage erreicht werden. Es bleibt nun nur zu hoffen, dass es dann auch deutlich besser wird. Die momentanen Einschränkungen betreffen unser ganzes soziales Leben. Die Kontaktbeschränkungen wirken sich auch auf uns Imker aus. So sind Treffen oder Versammlungen schlichtweg nicht durchführbar. Das ist auch der Grund warum die Monatsversammlung am 14.02. abgesagt werden musste. Ich gehe mal davon aus, dass auch im März noch keine Treffen stattfinden können, ab April jedoch Licht im Tunnel sichtbar wird.

Es sind dann wieder die schönen Momente, wenn man einen Imkerfreund trifft, oder über Telefon bzw. E-Mail in Kontakt kommt und so in Verbindung bleibt.

Im Februar geht es noch ruhig bei den Bienen zu. Es ist Zeit, um zurückzuschauen, aber sich auch an Überlegungen und Planungen für die beginnende Bienensaison zu machen.

Erfreulich sind die Berichte, wenn es heißt, bei mir sieht es bei den Bienen gut aus. Alle sind noch da und auch mit der Volksstärke bin ich zufrieden. Allerdings gibt es auch die gegenteiligen Berichte. Von einigen Ausfällen bis „fast alle fehlen“ wird berichtet. Für mich ist es auch ein Vertrauensbeweis, wenn hier die Imker ehrlich berichten. Denn die Völkerausfälle haben ja ihre Ursache, welcher man nachgehen sollte. Denn erkannte Fehler lassen sich vermeiden und damit dann auch die Völkerverluste. Neben der Varroabelastung sind auch mangelnde Volksstärken bei der Einwinterung sowie der Bienenstandort die Ursache.

Bei der Varroabehandlung kommt es auf einige Kleinigkeiten an. Es ist nicht getan, dass man z.B. die Ameisensäure ins Volk gibt, sondern man sollte sich auch mal Gedanken über die Wirkungsweise beziehungsweise Wirkungsumstände machen. Hier denke ich an die Volksstärke, die Beute, die Verdunstungshilfe der AS sowie Flugloch und Gitterboden. Mancher wird nun denken was soll denn das. Aber der Reihe nach. Bei der AS Behandlung wird die Säure allgemein über einen Verdunstungsträger – das Schwammtuch – in die Beute gebracht. Die meisten Imker nehmen das Schwammtuch legen es oben auf die Rähmchen und geben die Säure dazu. Wenn das 2 oder sogar 3-mal gemacht wird sollte alles in Ordnung sein. So denken viele. Aber die Kontrolle des Behandlungserfolges sollte kontrolliert werden.

Ich möchte jedoch darauf hinweisen, was mir noch wichtig ist. Nachdem ich mit dem Nassenheider Verdunster nicht die besten Erfahrungen gemacht habe, nehme ich wieder die ganz normalen Küchen-Schwammtücher. Wegen der gleichmäßigen Verdunstung über alle Wabengassen nehme ich 2 Tücher, die ich diagonal auf die Rähmchen lege. Klar, die Volksstärke - 1 räumig oder 2 Räumig - bestimmen die Menge an AS. Bei Zweizarger kommen in der Regel 60 bis 65 ml AS zum Einsatz. Da die Bienen sich durch fächeln der Dämpfe zu erwehren suchen ist es verständlich, dass vor allem die starken Völker hier die Dämpfe besser abwehren, so dass evtl. in der Mitte des Brutnestes weniger an AS Dämpfe ankommt.

Hier hilft die diagonale Anordnung der Schwammtücher – so sind die Dämpfe gleichmäßig in der Beute verteilt – sowie das Verengen des Flugloches und das Einschieben des Varroaschiebers. So gehen die AS Dämpfe nicht zu schnell zum Flugloch und durch den Gitterboden nach draußen. Da die AS-Dämpfe länger in der Beute sind ist auch die Wirkung besser. Manche werden nun sagen, was soll das denn. Das ist doch völlig normal und weiß doch jeder! Ja, wenn es nur so wäre.

Der Februar ist nun auch der Monat da die Bienen wieder aktiv werden. Durch die Klimaveränderung müssen wir schon ab Mitte des Monats mit steigenden Temperaturen und mit Brutbeginn rechnen. Deshalb ist es bis Mitte des Monats Zeit, die Fluglochkeile kurz abheben und den Boden von toten Bienen zu säubern. An wärmeren Tagen können dann die Bienen ohne Behinderung zum Flugloch ein- und ausfliegen. (- es gibt Völker, da ist das Flugloch komplett von toten Bienen blockiert -) Mit dem Einlegen des Varroaschiebers wird der Wärmehaushalt unterstützt. Bei dieser Arbeit kann man sich durch die Kippkontrolle auch einen Überblick über den Futtervorrat verschaffen. Ist ein Volk deutlich leichter, so fehlt es an Futter. Sind keine Futterwaben mehr im Lager, so kann von überversorgten, also schweren Völkern, eine oder zwei Futterwaben entnommen werden, und dem Notleidenden zugehängt werden. Sonstige Arbeiten am Bienenvolk sind noch zu früh. Jeder Eingriff würde das natürliche Gefüge des Volkes stören und mehr schaden als nutzen. Dazu ist dann im März der richtige Zeitpunkt. Eines möchte ich doch noch erwähnen. Den ganzen Winter über sollte man schon mal hin und wieder die Bienenstandorte kontrollieren. Besonders wenn es stark windig ist oder nasser Schnee Äste und Bäume zu Fall bringt, könnten unsere Beuten betroffen sein. Ich habe Ende Januar die Standorte kontrolliert und musste feststellen, dass an einer Beute der Plastik - Fluglochschieber hoch stand und die Zahnung fast komplett fehlte. Hier war eine Maus am Werk und hatte sich im Beutenboden mit Laub ein gemütliches Nest gemacht. Beim hochheben der Beute sprang sie schnell davon. Mal sehen, ob der neue Schieber sie abhalten kann. Wenn nicht wird ein Blechschieber gebastelt der dann fest-geschraubt wird.

Mit den wärmeren Temperaturen und der zunehmenden Tageslänge erwachen auch beim Imker die Imkerlichen Lebensgeister. Deshalb machen sich nun viele an die Vorarbeiten. Rähmchen neu drahten benötigt Zeit, deshalb nicht auf die lange Bank schieben. Beim Einlöten von Mittelwänden darauf achten, dass dieses immer im warmen geschieht. Werden kalte Mittelwände eingelötet, so können diese sich später im warmen Bienenstock etwas ausdehnen und die Wabe bekommt evtl. eine Delle. Oftmals sind noch Magazine oder Böden zu streichen oder zu reparieren. Auch bei gewünschten Neuanschaffungen ist es nun Zeit dieses zu tätigen. Es ist immer gut, wenn man das benötigte Teil nur griffbereit aus dem Lager nehmen kann.

Jetzt ist auch Zeit Planungen und Vorhaben bei der Bienenhaltung konkreter werden zu lassen. Es sind oftmals die Kleinigkeiten die mit entscheidend für einen guten Erfolg sind.

Wer klare Vorstellungen hat, tut sich da leichter.

Es bleibt nun zu hoffen, dass die Jahreszeitliche Entwicklung des Wettergeschehens und der einhergehenden Volksentwicklung sich freundlicher gestaltet wie letztes Jahr.

Ich wünsche euch eine gute Auswinterung der Völker und vor allem eine Verbesserung der Corona Situation, so dass wieder Treffen und Versammlungen uneingeschränkt möglich sind.

Ihr
Vitus Fussenegger