Monatsbetrachtungen März 2022

Monatsbetrachtungen März 2022 von Vitus Fussenegger

Monatsbetrachtung März 2022

Liebe Imkerfreunde, nun ist bereits März und uns wird bewusst, wie schnell doch die Zeit voranschreitet. Glücklicherweise ist die Corona Lage rückläufig, so dass nun auch wieder an Versammlungen zu denken ist. Je nach Wetterlage stehen auch die ersten Tätigkeiten an den Bienenvölkern an. Bei Sonnenschein und Temperaturen von über 10° C fliegen bereits Bienen, und die ersten Blüten wie Haselnuss, Schneeglöckchen oder Krokus usw. werden eifrig besucht. An den Bienenkästen ist dabei sofort ersichtlich, ob Bienen in der Beute sind oder ob sie leer ist. Die Berichte über Völkerausfälle von Dr. Neumann, die von ca. 30 % sprechen, geben zu denken und man ist gespannt, wie es bei den eigenen Bienen und der der Imkerfreunde aussieht. Bei Sonnenschein und den ersten Kontrollen der Bienen am Haus, zeigte sich am 28. Februar, dass bereits Handteller große Brutflächen vorhanden sind. Deshalb ist für mich jetzt auch wichtig, dass die Varroaschieber unter den Gitterboden eingeschoben werden. Nicht wegen der Varroakontrolle, sondern um den Wärmehaushalt und damit das Brutgeschehen im Bienenstock zu unterstützen.

Flugloch und Gitterboden werden von toten Bienen gesäubert. Bei dieser ersten Völkerkontrolle wird auch der Futtervorrat kontrolliert. Bei zu wenig Futter werden Futterwaben von abgestorbenen Völkern verwendet, oder man entnimmt von überversorgten Völkern eine max. zwei Futterwaben heraus und verwendet diese. Sind Völker zu schwach, also zwei bis drei Waben mit Bienen besetzt, so werden diese Aufgelöst, oder ich setze diese für ca. vier Wochen über Absperrgitter auf ein starkes Volk. Hierbei profitiert das schwache Volk von der Bienenmasse des starken Volkes und beide Königinnen können brüten. Dadurch kann die Königin des schwachen Volkes voll in Brut gehen und so ein akzeptables Volk aufbauen, das dann als Einzarger Mitte April den Honigraum bekommt. Bei schwächeren Völkern die momentan auf vier bis fünf Wabengassen sitzen, ist es auch sinnvoll diese für zwei bis drei Wochen einzuengen. Dabei wird der Platz in der Beute der Volksstärke angepasst und die Entwicklung der Völker schreitet schneller voran. Hierzu werden Holzschiede verwendet oder die besser Isolierenden und in letzter Zeit verstärkt angebotenen Kunststoffschiede bzw. Isolierschiede verwendet.

Vor allem für Zweizarger ist nun ein idealer Zeitpunkt, die leeren dunklen Waben im unteren Magazin zu entnehmen. Hierbei kann unter Umständen auch das ganze untere Magazin weggenommen werden. Je nach Stärke des Volkes, wird dann der zweite Brutraum oben aufgesetzt. Die entnommenen Altwaben schmelze ich dann umgehend im Dampfwachsschmelzer ein. Dadurch sind die Rähmchen schnell wieder einsatzbereit. Wegen der Wachsmotte ist es auch kein Problem die Waben für den Sonnenwachsschmelzer noch etwas aufzubewahren.

Bis jetzt sieht es bei den Bienen gut aus. Meine Völkerverluste sind mit 10 % erträglich, der Futtervorrat passt und auch das Wetter macht momentan mit. Die Entwicklung in den nächsten vier Wochen sollte zufrieden stellend sein. Schauen wir dann, wie es im April weiter geht. Etwas Bedenken habe ich, wenn ich an letztes Jahr denke, was da alles schief ging. Hauptsächlich die nasse und kalte Wetterlage bereitete nur Probleme. Hoffentlich geschieht dieses in diesem Jahr nicht wieder.

Es wäre schön, bei den nun wieder geplanten Versammlungen möglichst viele Imkerfreunde zu begrüßen. In Erwartung von einem in jeder Hinsicht zufrieden stellendem Bienenjahr 2022

Es grüßt euch,
Vitus Fussenegger